Tagung „Re-Thinking Abstraction – Genealogien einer anderen Abstraktionsgeschichte“ – Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Am 4. und 5. September 2026 findet die von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte und von Dr. Nina-Marie Schüchter organisierte Tagung „Re-Thinking Abstraction – Genealogien einer anderen Abstraktionsgeschichte“ am Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt.
Zwei Tage lang steht das Verhältnis von Abstraktion und Gender im Mittelpunkt! Denn die Geschichte der Abstraktion ist bis heute von genderspezifischen Ausschlüssen geprägt: Obwohl Künstlerinnen die Entwicklung abstrakter Kunst maßgeblich mitgestaltet haben, wurden sie aus kunsthistorischen Kanonerzählungen weitgehend ausgeschlossen – ein Narrativ, das durch feministische Forschung und jüngere Ausstellungen grundlegend revidiert wurde. Die Tagung untersucht aus interdisziplinärer Perspektive die Wissensordnungen, Ausstellungs- und Sammlungspolitiken sowie kunsthistorischen Erzählungen, die zur Marginalisierung von Künstlerinnen beigetragen haben und entwickelt alternative Genealogien der Abstraktion. Die Tagung knüpft damit an Ansätze an, die Prozesse der genderspezifischen Kanonisierung kritisch hinterfragen. Zudem führt sie materielle und mediale Dimensionen abstrakter Praktiken sowie transkulturelle und (post-)digitale Zugänge Geschichte der Abstraktion zusammen.
Mit dabei sind Christina Bartosch, Svetlana Chernyshova, Nadine Engel, Anne-Kathrin Hinz, Sophia Holzmann, Astrid Ihle, Noemi Scherrer, Lea Schnitzler, Anna Schrepper, Laura Rehme und Isabel Wünsche. Ergänzt wird das Vortragsprogramm durch einen Artist Talk mit der Künstlerin Erika Hock am Freitagabend.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Bitte melden Sie sich hier an.
Programm
Freitag, 4.9.2026
- ab 11:00 Uhr: Ankommen & Begrüßung
- 11:30–12:15 Uhr: Timo Skrandies (Düsseldorf) | Grußworte aus dem Institut für Kunstgeschichte / Nina-Marie Schüchter (Düsseldorf) | Einführung
Panel 1: Abstraktionsgeschichte | kanonkritische Perspektiven
Moderation: Nina-Marie Schüchter und Lara Jade Schumacher
- 12:15–13:00 Uhr: Christina Bartosch (Hongkong) | Wege der Sichtbarkeit: 8 Jahre, 86 Ausstellungen, 1.992 Katalognummern – Künstlerinnen und ihre Ausstellungsaktivitäten (1908–1915)
- 13:00–13:45 Uhr: Pause inkl. Snack
- 13:45–14:30 Uhr: Lea Schnitzler (Düsseldorf) | Kandinsky, Mondrian & Malewitsch. Die (Re-)Konstituierung geschlechterspezifischer Hierarchisierung in Manifesten der abstrakten Avantgarde
- 14:30–15:15 Uhr: Noemi Scherrer (Basel) | Bewegte Strukturen: zur sozialen Dimension von Sophie Taeubers malerischer Abstraktion
- 15:15–15:45 Uhr: Pause
- 15:45–16:30 Uhr: Anne-Kathrin Hinz (Bonn) | „I don’t think much of women painters.“ Künstlerinnen des Informel im Kontext der 1950er/60er-Jahre
- 16:30–17:15 Uhr: Sophia Holzmann und Anna Schrepper (Bochum) | Writing Abstraction! Geschlechtercodierte Narrative in der US-amerikanischen Kunstkritik um 1970
- 17:15–17:30 Uhr: Pause
- 17:30–18:30 Uhr: Artist Talk | Erika Hock und Nina-Marie Schüchter
Samstag, 5.9.2026
Panel 2: Andere Abstraktionspraktiken | kuratorisch-museale Strategien
Moderation: Jonas Keck
- 09:30–10:15 Uhr: Laura Rehme (Bielefeld) | Jenseits der Sichtbarkeit. Möglichkeiten und Grenzen einer genderkritischen Praxis im Museum
- 10:15–11:00 Uhr: Nadine Engel (Essen) | Brücken zu dem, was möglich war. Innovative Praktiken von Künstlerinnen im Abstrakten Expressionismus
- 11:00–11:30 Uhr: Pause
- 11:30–12:15 Uhr: Astrid Ihle (Ludwigshafen) | Réalités Nouvelles – Zur Rolle weiblicher Netzwerke im Kontext der geometrischen Abstraktion im Paris der 1950er-Jahre
- 12:15–13:00 Uhr: Pause inkl. Snack
Panel 3: Abstraktion neu denken | theoretisch-methodische Reflexionen
Moderation: Lara Jade Schumacher
- 13:00–13:45 Uhr: Isabel Wünsche (Bremen) | Der gängige Kanon zur Abstraktion in der Moderne – eine eng gefasste westliche Perspektive auf ein kulturelles westliches Elitenprojekt?
- 13:45–14:30 Uhr: Svetlana Chernyshova (Düsseldorf) | Abstraktion.exe oder: Konfigurationen und Topoi des Abstrakten unter der postdigitalen Bedingung
- 14:30–15:00 Uhr: Pause
- 15:00–15:30 Uhr: Abschlussdiskussion
ab 16:00 Uhr: gemeinsamer Ausstellungsbesuch (optional) | „Aufgeschlagen?! Spielräume des Künstler:innenbuchs“ in der Universitäts- und Landesbibliothek