Ring-VL „Doing Memory“ startet am Mi., 21.10.2026 (12-14 Uhr, HGA 30) am Kunstgeschichtlichen Institut
Die öffentliche Ringvorlesung führt unter dem Titel DOING MEMORY in den gleichnamigen Forschungsschwerpunkt des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr Universität Bochum ein. Sie stellt die aktuell intensiv diskutierte Frage, wie Erinnerung und Gedächtnis in einem aktiven und performativen Prozess erzeugt, verdrängt oder disputiert wird, in Fallbeispielen von der Vormoderne bis in die Gegenwart vor. Analysiert werden die komplexen Herstellungsweisen individueller und kollektiver Vergangenheitsbezüge in künstlerischen, kulturellen und medialen Kontexten. Das Format der Ringvorlesung verbindet einen Querschnitt der Epochen, Gattungen und Methoden mit kritischen Analysen der Verfahren, durch die Erinnerung in ästhetischen Formen, kuratorischen Praktiken, kunsthistorischen Narrativen und Medientechnologien produziert, vermittelt und transformiert wird. Die häufig performativen und prozessualen Vollzüge der Erinnerung fungieren zugleich als praxistheoretischer Zugriff auf das „kollektive“ oder „soziale Gedächtnis“ und richten den analytischen Fokus auf situierte und relationale Konstellationen von Akteuren, Umwelten sowie semiotisch-materiellen Ressourcen, in denen Erinnerungsarbeit geleistet wird. Das damit verbundene multidirektionale Geschichtsverständnis ermöglicht es, divergierende Perspektiven und heterogene Forschungsansätze in einem integrativen Rahmen zusammenzuführen.
