DIE KIDS SIND NICHT ALRIGHT!
Ausstellung vom 7. Mai bis 13. September 2026
im Museum unter Tage, Nevelstraße 29c (im Parkgelände von Haus Weitmar), 44795 Bochum
Ausstellungseröffnung: 6. Mai 2026, 18.00 Uhr
im Obergeschoss des Kubusgebäudes von Situation Kunst, Nevelstraße 29c im Parkgelände von Haus Weitmar, 44795 Bochum
Die Ausstellung Die Kids sind nicht alright! eröffnet am Mittwoch, 6. Mai 2026, um 18:00 Uhr im Museum unter Tage in Bochum. Zur Begrüßung sprechen die Schirmherrin der Ausstellung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte der Bundesregierung, und der Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Jörg Lukat. Prof. Dr. Carolin Behrmann, Geschäftsführende Leitung des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum und Dr. Meta Marina Beeck, Kuratorin der Ausstellung, führen in die Thematik der Ausstellung sowie die Werke der ausstellenden Künstler:innen ein.
In der Ausstellung Die Kids sind nicht alright! zeigen zehn Künstler:innen im Medium der Malerei, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Film, Skulptur oder Rauminstallation mit unterschiedlicher thematischer Akzentuierung ihre Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigung. Präsentiert werden Werke von Nadja Buttendorf (*1984, Dresden), Susan Donath (*1979, Apolda), Sophia Hirsch (*1987, Ost-Berlin), Florian Kunert (*1989, Neustadt bei Dresden), Eric Meier (*1989, Ost-Berlin), Minh Duc Pham (*1991, Schlema im Erzgebirge), David Polzin (*1982, Henningsdorf bei Berlin), Oskar Schmidt (*1977, Erlabrunn im Erzgebirge), Manuel Sékou (*1991, Dresden) und Anna Zett (*1983, Leipzig).
Die Ausstellenden eint, dass alle noch Kinder waren als 1989 die Mauer fiel oder dass sie kurz nach dem Mauerfall geboren wurden. Aufgewachsen in den Vor- bzw. Nachwendejahren, die für viele der Eltern- oder Großelterngeneration vor allem Neuorientierung, Risiko und Krise brachte, spiegeln die ausgestellten Arbeiten die Sozialisationserfahrungen in der DDR und die eigene Familiengeschichte wider: Es werden Fragen nach Identität, Herkunft und damit verknüpften Möglichkeiten verhandelt sowie ein kritischer Blick auf politische Systeme, gesellschaftliche Werte und ökonomische Anforderungen eingenommen. „Die in der Ausstellung im Museum unter Tage vertretenen Künstler:innen“, so die Kuratorin Dr. Meta Marina Beeck, „sind Teil der durch die Wende- und Nachwendeereignisse besonders sensibilisierten Generation. Ihre künstlerischen Positionen reflektieren diese Erfahrungen auf besonders eindringliche Weise.“
Im Zentrum der Ausstellung stehen sowohl die Identitätssuche der Künstler:innen als auch die strukturellen Bedingungen der Nachwendejahre im Osten. Die künstlerische Auseinandersetzung mit den persönlichen Folgen des tiefgreifenden ökonomischen und politischen Strukturwandels in Ostdeutschland eröffnet Verbindungspunkte zum Ruhrgebiet. Auch hier gehören die sichtbaren Folgen des industriellen Wandels im Landschafts- wie im Stadtbild, Migrationserfahrungen, gestiegene Arbeitslosigkeit sowie eine grundlegende wirtschaftliche Neuausrichtung in den letzten Jahrzehnten zu den Erfahrungswerten heutiger Generationen.
Vor dem Hintergrund dieser regional wie national erlebten Umbrüche ermöglicht die Ausstellung einen spannenden Dialog zwischen den vom Strukturwandel indirekt betroffenen Generationen in Ost und West, über gemeinsame Erfahrungen des Verlusts, der Neuorientierung, die auch in Bezug auf aktuelle politische Entwicklungen Relevanz haben.
Begleitend zur Ausstellung findet ein vielfältiges Rahmenprogramm statt, u.a. mit Künstler:innengesprächen, die zusammen mit dem Center for City Futures organisiert werden. Informationen dazu finden Sie im Programmflyer und demnächst auch online hier.
An die Ausstellung angegliedert ist ein gemeinsames Exkursionsseminar mit Studierenden der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle (Saale). Das Seminar steht unter dem Titel PostOst. Erinnerungspolitik und Strukturwandel in der Kunst der Nachwendegeneration und die Studierenden aus Bochum sowie aus Halle werden ausgewählte künstlerische Positionen der Ausstellung Die Kids sind nicht alright! analysieren und diskutieren. Auf einer Exkursion nach Halle werden die Studierenden die dortige Kunsthochschule kennenlernen und mit Künstler:innen und Vertreter:innen verschiedener Institutionen vor Ort ins Gespräch kommen.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Elisabeth Kaiser, Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland.
Wir danken den Förderern der Ausstellung: Kunststiftung NRW, Stiftung der Sparkasse Bochum, Gesellschaft der Förderer der RUB, Stiftung Situation Kunst, Ruhr-Universität Bochum.
BEGLEITPROGRAMM
Mittwoch, 13. Mai 2026, 17-19 Uhr:
Queeres Leben und Aktivismus
Gespräch und Diskussion mit:
Sophia Hirsch, Künstlerin der Ausstellung
Bärbel Klässner, Lyrikerin und Mitherausgeberin der DDR-Lesbenzeitung „frau anders”
Kat Teichmann, Wiss. Projektmitarbeiterin in der Queer*feministischen Bibliothek & Archiv LIESELLE, Ruhr-Universität Bochum
moderiert von Dr. Meta Marina Beeck
Donnerstag, 21. Mai 2026, 18-20 Uhr:
Lenin auf Schalke. Auf der Suche nach dem Osten im Westen
Gespräch und Diskussion mit:
Gregor Sander, Autor
Prof. Dr. Peter Goßens, Professur für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum
Donnerstag, 18. Juni 2026, 18-20 Uhr:
Erinnerungsströme. Ostdeutschland zwischen Familiengedächtnis und Revierbewusstsein
Gespräch mit:
Susan Donath, Künstlerin der Ausstellung
Dr. Grit Lemke, Autorin und Regisseurin
Prof. Dr. Constantin Goschler, Professur für Zeitgeschichte, Ruhr-Universität Bochum
Donnerstag, 9. Juli 2026, 18-20 Uhr:
Goodbye Deutschland – Rechtsextremismus in Ost und West
Gespräch und Diskussion mit:
Eric Meier, Künstler der Ausstellung
Dr. Janosch Steuwer, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (NS-DOK) sowie Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität zu Köln
moderiert von Dr. Meta Marina Beeck
Mittwoch, 15. Juli 2026, 18-20 Uhr:
(Post-)Ost-Biennalen im Spannungsfeld von Politik und Kunst
Gespräch und Diskussion mit:
Dr. Annabel Ruckdeschel, Kunsthistorisches Institut Universität Zürich
Dr. Matteo Bertelé, Professor für Geschichte der zeitgenössischen Kunst, Universität Ca’ Foscari Venedig
Dr. Alexia Pooth, Wiss. Leiterin der Sammlung moderne und zeitgenössische Kunst / Situation Kunst I, Ruhr-Universität Bochum
Die Veranstaltung ist zugleich Teil der Vortragsreihe
“Biennalen und gesellschaftlicher Wandel”.
Alle Veranstaltungen finden in der Ausstellung statt und sind
kostenfrei.
Presseecho:
„Die Kids sind nicht alright!. Wende-Generation zeigt Kunst im Ruhrgebiet“, Deutschlandfunk Kultur – Fazit 11.5.2026
„Wendegeschichten. In der Schau „Die Kids sind nicht alright!“ verbinden die Künstler in ihren DDR-Erinnerungsarbeiten private Narrative mit gesellschaftlichen Fragen.“, Ruhr-Nachrichten, Kultur und Medien, 9.5.2026
